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Unfreiwillig 120 - Das Phänomen Linksspurschleicher  |  Linksspurschleicher, Mittelspurpenner - das Problem  |  Erlebnisse, Erfahrungen, Dokumentationen, Situationen, Fallbeispiele  |  Thema: Der Kampf auf der Autobahn 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
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Autor Thema: Der Kampf auf der Autobahn  (Gelesen 15068 mal)
Radler
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« Antworten #195 am: 04.12.07, 21:36:22 »

Zitat von: Radler
Irgendeinen juristischen Sinn muss die Richtegschwindigkeit doch haben.

Klärst Du dann mal auf, welchen Sinn...? Die Richtgeschwindigkeit ist weder ein Verbot noch ein Gebot.Den einzigen Sinn, den ich darin erkennen kann, ist, das damit juristische Spitzfindigkeiten ermöglicht werden und grober Unfug von einfachem Unfug getrennt werden kann :-)

Du nennst es juristische Spitzfindigkeit. Ich akzeptiere selbstverständlich Deine Meinung, teile sie aber nicht.
Überschreitet jemand die Richtgeschwindigkeit und wird in einen Unfall verwickelt, rechnen die Gerichte manchmal wegen der erhöhten Betriebsgefahr eine Mithaftung an und der Betroffene muss einen Teil des entstandenen Schadens übernehmen.
Diese Urteile finde ich gut.


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DocDoug
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« Antworten #196 am: 05.12.07, 00:45:07 »

Zitat
rechnen die Gerichte manchmal wegen der erhöhten Betriebsgefahr eine Mithaftung an und der Betroffene muss einen Teil des entstandenen Schadens übernehmen.

Ist das nicht ein bißchen verlogen..? Ich sehe ein, das jemand für seine Fehler zur Verantwortung gezogen wird, aber schneller als 130 fahren an sich ist noch kein Fehlverhalten.Es ist weder verboten noch steht es unter Strafe, hier werden meiner Meinung geltende Gesetze durch Richterspruch negiert.Zugleich ist das ein Persilschein für alle, die nicht schneller als 130 fahren.Selbst wenn ich einen Unfall durch mein Fehlverhalten zu 100% zu verantworten habe, kann mir das ja nicht angehängt werden, solange ich max. 130 gefahren bin.Tolles Konzept.

Zitat
Diese Urteile finde ich gut.

Ja ich kann mir vorstellen warum.Du mußt ja dann Dein Fehlverhalten nicht zu 100% verantworten.Ich wär ja mal gespannt, wie das dann bei einem Tempolimit von 130 werden würde.Da ist dann plötzlich keiner mehr, den man für seine eigenen Fehler verantwortlich machen kann.Im Prinzip müßte man sich wünschen, das das Limit kommt, nur um zu beweisen, das dann immer noch die gleichen idiotischen Unfälle passieren wie jetzt auch.Diese werden durch Unaufmerksamkeit, Unbekümmertheit und Ignoranz verursacht und nicht durch die Geschwindigkeit.Zugegeben, die Auswirkungen eines Unfalls sind bei höheren Geschwindigkeiten größer, die Ursache ist aber in den meisten Fällen eine andere.


Grüße

DocDoug
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The Duke
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« Antworten #197 am: 05.12.07, 10:08:35 »

DocDoug hat das doch richtig erkannt. Wieder wurde ein Aufhänger benötigt, um einen Leistungsstandart, im Zuge der Weichwäscherei und Gleichmacherei, abzusenken.
Ein Großteil der Unfälle wird verursacht von unaufmerksamen Nicht-den-Rückspiegel-Benutzern.
Weil die Erwartung, dass sich jeder erst vergewissert, das dort, wo er hinfahren möchte, auch kein anderes Auto ist, wohl für zu viele Fahrerlaubnis-Inhaber zu hoch gesteckt war, musste der Standart abgesenkt werden - zum erheblichen Nachteil der Masse, die beim Autofahren noch ihr Gehirn gebraucht.
Die Einen benutzen den Rückspiegel zum Aufhängen von alten CDs und Hawaiiketten, die Anderen fahren mit 85Km/h auf der freien BAB links. Eigentlich alles deutliche Anzeichen, dass viele im heutigen Straßenverkehr (völlig) überfordert sind.
Offensichtlich handelt es sich hier um die Art Mensch, die auf dem "Coffee to go" unbedingt einen Aufkleber mit "vorsicht heiß!" benötigt um zu überleben.
Einfache Überlebensmaßnahmen werden aus Faulheit, Inkompetenz, Unfähigkeit oder Ideologischer Starrköpfigkeit außer Acht gelassen.
Und anstatt diese menschlichen und soziologischen Defizite bei dieser Gruppe der Bevölkerung an zuheben, sollen die Grundregeln für die Mehrheit absenkend geändert werden.
Das ist so, als wenn dem Kind nicht begebracht werden soll, nicht mit Essen zu werfen, sondern die Eltern beginnen, das Esszimmer zu fliesen und eine Abfluss in die Mitte zu bauen...
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Radler
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« Antworten #198 am: 09.12.07, 20:17:30 »


Zitat
rechnen die Gerichte manchmal wegen der erhöhten Betriebsgefahr eine Mithaftung an und der Betroffene muss einen Teil des entstandenen Schadens übernehmen.

Zitat
Diese Urteile finde ich gut.

Ja ich kann mir vorstellen warum.Du mußt ja dann Dein Fehlverhalten nicht zu 100% verantworten.

Genau, ich fahre immer schön langsam und warte, bis ein sehr Schneller kommt und den fahre ich dann mit voller Absicht vor die Kühlerhaupe und freu mich, dass er eine Mitschuld bekommt Zwinkernd.  Das Blöde ist nur, dass ich dabei nicht unschuldig werde Weinen.

Glaubst Du wirklich, dass jemand fahrlässiger wird, nur weil der Andere vielleicht ein Mitschuld bekommt?
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« Antworten #199 am: 09.12.07, 20:22:32 »

Glaubst Du wirklich, dass jemand fahrlässiger wird, nur weil der Andere vielleicht ein Mitschuld bekommt?
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« Antworten #200 am: 11.12.07, 20:17:03 »

"Aufmerkasmkeit wächst mit der Verantwortung", hat meine Mama immer gesagt.
Ich gehe erst einmal davon aus, dass das sich auch umkekehrt so verhält Grinsend
Hier poste ich mit Schreibfehlern - dürfte mir in meinem Job nicht passieren (fände mein Chef jedenfalls nicht so gut Smiley )deshalb lese ich dort etwas aufmerksamer Korrektur...
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« Antworten #201 am: 14.02.08, 19:45:29 »

Ich habe zwar nicht jede Seite gelesen, aber:

Wer über Richtgeschwindigkeit fährt (> 130 km/h) riskiert als Unfallbeteiligter eine Teilschuld!!!

Ich fahre selbst gerne >300 km/h, aber nur auf fast leeren Autobahnen.

Letztens ist auf der A7 Hannover-Hamburg (dreispurig) ist auch ein A6 (neues Modell, silber) einfach ohne Ankündigung von der mittleren auf die linke Spur, weil auf dem Standstreifen ein Auto stand. Von 240 km/h auf 160 km/h ist nicht ganz so schlimm, aber auch ein guter Schocker.


Besonders schön ist der Kampf auch immer auf der A1 zwischen Osna und Hamburg (aber eigentlich auch überall)!
Ich bekomm fast immer nen Krampf wenn die Leute erst ewig links fahren, dann macht man sie durch die (erlaubte) Lichthupe darauf aufmerksam und irgendwann fahren die vielleicht mal rüber! Richtig geil sind auch die die einen dann noch Maßregeln wollen! Dabei kennen die selber Anscheinend nichtmal die Regeln!

Cool, ist meine Hausstrecke, fahre jede Woche einmal hin und zurück. Letztens hatte ich einen Mercedes C-Klasse vor mir, der ist zwischen Holdorf und Vechta auf der linke Spur gefahren, hat mich nicht vorbeigelassen (hatte einen MB 320 CDI T-Modell).

Irgendwann hab' ich ihn dann überholt und bin demonstrativ in Jede Lücke, extra langes blinke inklusive. Bis Bremen Brinkum hab' ich ihn dann immer rankommen lassen. Als er überholen wollte bin ich auf die linke Spur, habe die Lkws überholt und bin sofort wieder rechts. Als er dann wieder versucht hat zu überholen => wieder Gas gegeben. Sehr witzig.

Nach der dritten oder vierten Runde ist er dann auch zum ersten Mal rechts gefahren.
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« Antworten #202 am: 29.06.10, 19:50:13 »

Zitat
Schnelle Mobilität ist in heutigen Zeiten ein Wettbewerbskriterium und daher sehr wichtig, wenn man am modernen Leben erfolgreich teilnehmen will.

Das ist doch absoluter Blödsinn. Ein Tempolimit gilt für alle Verkehrsteilnehmer und niemand hat daher einen Wettbewerbsvorteil. Außerdem geht es der deutschen Wirtschaft im Vergleich zu anderen Ländern auch nicht besser (eher ganz im Gegenteil), d.h. dein Argument greift weder für den Einzelnen noch für die Gesamtwirtschaft.

Zitat
Das was Du da erzählst ist Unsinn. Wer meint, "jeder Tote sei zuviel", der ist im schlechten Sinne des Wortes ein Gutmensch mit Scheuklappen. Wer meint, "jeder Tote sei zuviel", der muß die Risiken meiden, Schäden erzeugen zu können, und seinen Führeschein endgültig abgeben.

Deine Aussagen klingen irgendwie nach einem Schiffskapitän der weiß, daß er zu wenig Rettungsringe für alle Schiffbrüchigen hat aber der sich denkt es ist besser keinen zu retten als zumindest einen Teil und daher gar keinen Rettungsring ins Wasser wirft.
Niemand hat behauptet, dass es mit Tempo 130 auf der Autobahn keine Unfälle mehr geben wird, aber was sollte uns daran hindern mit dieser Maßnahme die Unfallzahlen weiter zu senken wo doch kein Mensch (von den paar notorischen Rasern abgesehen) einen Schaden dabei hat?

Zitat
Bei der Vermeidung der Schäden scheiden sich nun offenbar die Geister. Ich meine, daß hier ganz klar der einzelne Teilnehmer am Verkehrsgeschehen gefordert ist. Verhält man sich vorausschauend, konzentriert, beobachtend, analysierend, hat ausreichend Fahrerfahrung, kennt sein Fahrzeug, dann kann man die von sich ausgehende Gefahr eines Unfalles nahezu auf Null herunterdrücken. Man kann dann höchstens auf einen anderen VT treffen, der aufgrund mangelhafter Ausbildung und/oder Einstellung gegenüber der Verkehrssicherheit einen Fehler macht und einen mitreißt.

Ist nicht alleine das Grund genug für dich langsam zu fahren um in dem Fall, in dem ein anderer Verkehrsteilnehmer einen Fehler macht besser reagieren zu können und zwar zu deinem Wohl und zum Wohl des anderen Verkehrsteilnehmers?

Zitat
Innerorts? Erheblich mehr!
Landstraßen? Erheblich mehr!

Unfälle innerorts sind zwar häufiger, aber bei weitem nicht so gefährlich wie auf der Autobahn und was Landstraßen betrifft: Stimmt, ich wäre auch hier für eine Verschärfung der Regeln z.B. was das Überholen betrifft.

Zitat
Was nun? Fahrt nur noch auf Autobahnen, ist am sichersten. Aber UPS, da fährt man ja viel schneller als auf Landstraßen...

Das wäre genau so wie wenn ein Flugzeughersteller auf Notausstiege und Sauerstoffmasken verzichten würde mit dem Argument "Sie werden 100x eher in einen schweren Verkehrsunfall verwickelt als dass sie diese Einrichtungen in einem unserer Flugzeuge brauchen würden".

Zitat
Also irgendwas ist an Dir ganz gewaltig falsch, James100! Mal abgesehen davon, sich als Österreicher derart aktiv in die deutsche Verkehrspolitik einzumischen, denn das ist einfach nur eine Frage des guten Geschmacks. Denn eigentlich - geht es Dich einen Dreck an, was hier läuft. Sorry, aber ist so.

LOL, darauf habe ich gewartet. Wenn dir die Argumente ausgehen, dann kommt die Ausländerkeule. Ich bin wie gesagt öfters in Bayern unterwegs und daher betrifft mich die Situation in Deutschland zum Teil auch und es wäre wirklich großartig wenn sich die SPD Basis mit ihrem Vorschlag über kurz oder lang durchsetzt!

Im übrigen (um in deiner Diktion zu bleiben) hast auch du dich in den letzten Stunden ganz schön verraten. Das was du hier zum besten gibst passt in keinster Weise mehr zur schönen Fassade deiner Website und zeigt das wahre Gesicht hinter den dort angeführten Argumenten.

Ich hätte da noch eine wirklich gute Idee, wenn es darum geht, Unfälle auf den Autobahnen zu vermeiden. Nicht wenige Unfälle auf deutschen Straßen werden von älteren Menschen verursacht. Man sollte ganz einfach ein generelles Fahrverbot für alle über 60 einführen, die nicht mehr aktiv im Berufsleben stehen. Diese Leute können unmöglich noch Auto fahren müssen. Es würde also erheblich zur Verkehrssicherheit beitragen, wenn diese Leute nicht mehr fahren würden. Das würde sicher noch mehr Verkehrstote verhindern als ein Tempolimit. Mit der Begründung, jeder Tote ist einer zuviel, ließe sich ein solches Fahrverbot doch sicher gut durchsetzen.
So könnte man sich sicher noch weitere schwachsinnige Vorschläge zur Verminderung von Unfällen ausdenken. Irgendwann muß aber auch Schluß sein. Ein Tempolimit sollte es in Deutschland nicht geben. Auch wenn es viele nicht wahr haben wollen: Autofahren ist nunmal gefährlich.
Ich bin der Meinung, daß Vernunft und Vorsicht immer mehr nachlassen, je mehr (vermeintliche) Sicherheit geschaffen wird. Wer weiß, daß Autofahren gefährlich ist, der paßt eben auf. Das ist immer noch besser als zu sagen "Was soll denn bei 130 Höchstgeschwindigkeit schon groß passieren? Da muß ich doch nicht so aufpassen."
Vielleicht sollte man aber auch tatsächlich mal für ein Jahr ein generelles Tempolimit einführen, das dann aber auch wirklich wieder rückgängig gemacht wird, wenn die Zahl der Unfälle auf deutschen Autobahnen nicht erheblich abnimmt. So könnte man den Tempolimitbefürwortern den Wind aus den Segeln nehmen.
Wenn die Unfallzahlen allerdings tatsächlich erheblich zurückgehen sollten, könnte man ja darüber nachdenken, ob eine Beibehaltung des Limits nicht doch sinnvoll wäre.
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