Zur Darstellung, wozu unbedachtes Spurwechseln führen kann, hier ein deutliches Beispiel, mitten aus dem Alltag:

 

22.01.2005, etwa 14 Uhr - Gefällstrecke auf der A1 Richtung Nordosten in der Nähe von Volmarstein bei Hagen

Ein Kleinwagen vom Typ Ford Fiesta zieht ohne ausreichend den rückwärtigen Verkehr zu beobachten mit etwa 100km/h von der mittleren auf die linke von drei Fahrspuren. Der sich dort von hinten mit etwa 160km/h nähernde Ford Focus gerät beim Abbremsen und Versuch des Ausweichens in ein Aufschaukeln, welches in vollständigem Kontrollverlust endet und zum Schleudern führt, dreht sich und schlägt mehrfach in die Betonmauer rechts der Fahrbahn ein. Der Berichterstatter ist direkter Augenzeuge, kann hinter dem havarierenden Focus sein 100km/h-Gespann gerade noch anhalten.

Die Fahrerin des Ford Focus wurde außergerichtlich von jeder Schuld freigesprochen. Den vollen Schaden musste die Versicherung der Fahrerin des ausscherenden Fiestas tragen, da der Unfall selbst bei Richtgeschwindigkeit nicht zu vermeiden gewesen wäre.

Anonymisierte Aussage der Fahrerin des Ford Focus zum Ausgang des Verfahrens:

Ich wollte Ihnen kurz mitteilen, wie die Verhandlungen mit der Versicherung gelaufen sind. Sie haben mir erst eine Mitschuld von 50% gegeben, da sie die Zeugenaussagen des Unfallverursachers zu Grunde gelegt haben. Darauf sind wir natürlich nicht eingegangen, zumal sie nicht glaubwürdig waren, und sie reduzierten die Mitschuld auf 25% wegen der angegebenen 160 km/Std. und Richtgeschwindigkeit ist eben 130 km. Daraufhin sind wir zu Gericht gegangen, um einen Prozess anzustrengen. Nun traf ich einen alten Nachbarn, der als Jurist bei der LVM ist. Er hat sich den ganzen Schriftwechsel angesehen, und da er mir glaubt, dass ich auch bei Tempo 130 keine Chance gehabt hätte den Unfall zu vermeiden, hat er mir die restlichen 25% überwiesen, und wir haben das Gerichtsverfahren eingestellt.
 

Dämlichkeit, Unaufmerksamkeit, Unerfahrenheit, das alles gefährdet Menschenleben!